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Sucht-Therapie: So erfolgreich ist die Behandlung

Wer sich im Rahmen seiner Suchterkrankung für eine Sucht-Therapie entscheidet, investiert nicht nur Zeit in seine Zukunft. Es wird auch die Entscheidung getroffen, etwas nachhaltig zu verändern. Und zwar nicht nur für sich selbst, sondern auch für das gesamte Umfeld. Ziel ist es, ein neues Leben zu beginnen, das nicht mehr vom Suchtmittel geprägt ist. Solltest Du Dich entscheiden, eine solche Behandlung zu beginnen, steht natürlich die Frage im Mittelpunkt, wie hoch die Chancen sind, dass die Therapie auch die erhoffte Wirkung hat.

Sucht-Therapie ist nachweislich erfolgreich.

Wege aus der Sucht: Eine Sucht-Therapie kann helfen.

In diesem Artikel erfährst Du, was in der Therapie eigentlich geschieht und wie erfolgreich die Behandlung ist. Denn nicht nur die statistischen Zahlen geben den Therapeuten Recht: Eine Sucht-Therapie verhilft dem größten Teil der Patienten zu einem zufriedenen, abstinenten Leben. Nicht zuletzt wirkt sich die Behandlung auf das gesamte Umfeld des Patienten aus. Solch eine Therapie ist kein Zuckerschlecken und ganz sicher anstrengend. Aber es lohnt sich! Denn wer sie abschließt, schaut einem zufriedeneren Leben entgegen.
Wenn du magst, kannst Du im Vorfeld einmal testen, ob Du bereits gefährdet bist oder nicht.

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Die ersten Ziele der Sucht-Therapie

Wenn man über Nachhaltigkeit spricht, muss zunächst die Frage geklärt werden, welches die Ziele der Behandlung sind. Hier gibt es zwei verschiedene Arten der Ziele. Dies sind die ersten Ziele, ganz zu Beginn der Behandlung:

Ansprechen des riskanten Konsums

Zu Beginn der Sucht-Therapie wird damit begonnen, die Risiken des Konsums, der sich auf Dich selbst und auf Dein Umfeld auswirkt, zu erkennen. Ist bereits ein Risiko eingetreten oder ist eines zu befürchten? Hat Dein Umfeld bereits gelitten? Hast Du selbst bereits Symptome erkennen können?

Reduzierung des gefährlichen Konsums

Der nächste Schritt ist, den Konsum zu reduzieren. Ihn in dieser Phase ganz einzustellen, wird schwierig möglich sein. Jeder Patient kommt aus einer bestimmten Lebenssituation. Ein zurückdrehen der Sucht auf 0 ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht umsetzbar. Zunächst geht es also darum, Verhaltensweisen Schritt für Schritt zu ändern. Dabei helfen Dir die Therapeuten und Ärzte.

Abhängigen Konsum einstellen

Der nächste Schritt zu Beginn der Therapie ist, den abhängigen Konsum einzustellen. Dazu gehört die Erkenntnis, dass die Sucht in die falsche Richtung führt und die körperlichen, psychischen und sozialen Risiken so hoch sind, dass ein zufriedenes Leben mit der Sucht nicht mehr möglich ist. Auch hier wirst Du kompetent unterstützt.

Gesunden Lebensstil aufbauen

Die oben genannten Punkte sind jedoch nur umsetzbar, wenn Du die Entscheidung triffst, ab sofort einen gesunden Lebensstil zu pflegen. Dies ist von Patient zu Patient unterschiedlich. Denn jeder Mensch verfolgt andere Ziele und hat ein anderes Umfeld. Ein gesunder Lebensstil ist daher individuell, weshalb auch eine Suchttherapie individuell ist. Grundsätzlich gehören aber folgende Punkte dazu:

  • Gesunde Ernährung
  • Sport
  • und vor allem: Abstinenz!

Was bedeutet „Nachhaltigkeit“ in der Therapie?

Reha-Klinik für Suchterkrankungen.

Medizinisch, therapeutisch und kulinarisch versorgt: Der Rundum-Service in einer Reha-Klinik wird in der Regel von der Deutschen Rentenversicherung bezahlt.

„Nachhaltigkeit“ im eigentlichen Wortsinn bedeutet: Etwas überdauert. In diesem Fall nicht nur bis zum Ende der Behandlung, sondern idealerweise für den Rest Deines Lebens. Du erlernst in der Therapie etwas, wodurch sich Dein Leben anders gestaltet. Das setzt Ziele voraus. Ein Teil dieser Zielbereiche wird in der medizinischen Rehabilitation von den Kostenträgern, also den Institutionen, die die Behandlung bezahlen, vorgegeben. Vorrangig trägt die Deutsche Rentenversicherung die Kosten der Behandlung. Und wer bezahlt, bestimmt die Regeln. Die vorgegebenen Zielbereiche einer Suchtbehandlung sind daher:

Förderung der Arbeitssituation und Wiedereingliederung in den Beruf

Der Deutschen Rentenversicherung ist vor allem eines wichtig: Menschen wieder in Lohn und Brot zu bringen. Kranke Mitglieder zahlen keine Beiträge, sondern kosten Geld. Nicht zuletzt ist die Sicherung der Arbeitssituation natürlich auch für Dein finanzielles Leben wichtig.

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Sicherung der Wohnung und des sozialen Umfelds

Viele Suchtkranke haben eine unbefriedigende Wohnsituation. Oft haben sie überhaupt kein Dach mehr über dem Kopf. Hier soll geholfen werden, diese Menschen wieder in ein adäquates Umfeld zu bringen. Hierfür stehen zahlreiche Möglichkeiten zur Verfügung. Welche das im einzelnen sind, erfährst Du während der Therapie.

Mit der Wohnsituation verbunden ist auch Dein soziales Umfeld. Wer auf der Straße leben muss, hat erfahrungsgemäß mehr Kontakt zu Menschen, die ein abstinentes Leben erschweren, als jemand, der in einem gesicherten Umfeld lebt. Auch familiäre Situationen, die unter der Sucht gelitten haben, sollen wieder gefestigt werden. Eine Möglichkeit sind Angehörigenseminare, die einige der Reha-Einrichtungen anbieten.

Förderung der persönlichen Weiterentwicklung

Wer möchte, kann sich in der Reha beruflich weiterbilden.

Während der Sucht-Therapie werden Dir zahlreiche Weiterbildungsmöglichkeiten angeboten.

Die berufliche Situation und die Erlangung einer angemessenen Wohnsituation sind nur möglich, wenn eine persönliche Weiterentwicklung vorliegt. Das können zum Beispiel Fortbildungsmaßnahmen sein. Aber auch die Erkenntnis, dass ein abstinentes Leben lebenswerter ist, als jahrelang im Suchtsumpf zu strampeln.

Rückfälle vermeiden

In der medizinischen Reha ist es relativ leicht, abstinent zu bleiben. Die Einrichtungen sind in der Regel offen, keine Gefängnisse. Auch handelt es sich bei den Einrichtungen nicht um „Erziehungsanstalten“. Die Menschen, die dort sind, sind in der Regel freiwillig und selbstbestimmt da. Sie entscheiden mit, wie die Therapie verläuft (es gibt Ausnahmen, etwa die Zurückstellung der Strafvollstreckung nach §35 BtMG). Dennoch wird natürlich darauf geachtet, dass Rückfälle während der Therapie nicht geschehen können. Daher gibt es in allen Einrichtungen Regeln, die es einzuhalten gilt. Suchtmittel sind streng verboten. Wer welche besitzt oder konsumiert, muss mit Konsequenzen rechnen, die bis zur vorzeitigen Beendigung der Therapie führen können. Rückfallvorbeugung bedeutet zu erkennen:

Festigung einer dauerhaften Abstinenz

Möglicherweise hast Du Dich schon einmal mit der Frage beschäftigt, wie das denn mit dem „kontrollierten Konsum“ ist. Also nur eine bestimmt Menge, nur zu bestimmten Situationen, usw. Ein zentrales Merkmal bei Menschen mit einer Abhängigkeit ist, dass eben keine freie Entscheidung mehr möglich ist, wie viel und wann konsumiert wird. Der Grund ist ein psychischer und körperlicher Druck, der durch das Suchtmittel entstanden ist. Es ist nicht mehr nur eine Kopfsache, sondern es gibt Zwänge und Veranlassungen, die Deinem freien Willen nicht mehr unterliegen. Das ist Abhängigkeit. Und deswegen sagen die Einrichtungen: „Nummer sicher heißt Abstinenz!“

Dieser Prozess ist schwierig, weil er auch einen Abschied bedeutet. Unter anderem von all den guten Dingen, die das Suchtmittel zweifelsohne auch mit sich gebracht hat. Am Schluss hat es das aber eben nicht mehr getan, weil die Folgeschäden und Probleme durch den Konsum und der Beschaffung überhand genommen haben. In der Therapie sollst Du deshalb lernen, die Probleme hinter Dir zu lassen und dauerhaft auf Suchtmittel zu verzichten.

Wie soll erreicht werden, dass Du eine zufriedene Abstinenz umsetzen kannst?

Ist Dein Zuhause wirklich ein Zuhause oder eher nur eine Unterkunft?

Sollte während der Sucht-Therapie auf den Prüfstand gestellt werden: Das eigene Zuhause.

Zunächst wird in der Reha die gesamte Lebenssituation geklärt. Das bedeutet eine Neuorientierung, in manchen Situationen sogar eine Erstorientierung. Es werden Dinge in Angriff genommen, mit denen Du Dich vorher vielleicht noch gar nicht beschäftigt hast. Dein soziales Umfeld zum Beispiel. Sind das wirklich die richtigen „Freunde“? Wie sieht es aus in Deinem Zuhause? Ist das nicht mehr als eine Unterkunft oder wirklich ein Platz, an dem Du Dich wohlfühlst? Herrschen dort Konflikte (etwa mit dem Partner)? Wie können diese geklärt werden? Viele Einrichtungen bieten dazu Angehörigenseminare oder Paargespräche an.

Eine weitere, wichtige Frage ist, wozu das Suchtmittel in Deinem vergangenen Leben gedient hat? Was hast Du Dir von der Wirkung des Alkohols oder der Drogen versprochen? Wolltest Du etwas aushalten? Hinbekommen? Dich etwas trauen? – an diesen Fragen wird in der Suchttherapie ganz intensiv gearbeitet.

Das wahrscheinlich wichtigste Ziel, das Du im Verlauf der Reha erreichen wirst, ist das Treffen einer Entscheidung. Die Entscheidung dazu, ohne Suchtmittel leben zu wollen. Auch dabei wirst Du unterstützt.

Therapie bedeutet Transfer ins eigene Lebensumfeld

Während der Therapie wird Dein gesamtes Umfeld mit einbezogen, wenn Du das möchtest. Das gilt nicht nur für Fahrten nach Hause. Deine Bezugspersonen (Partner, Eltern, Kinder, etc.) werden in der Therapie integriert, indem sie an Gesprächen und Seminaren teilnehmen dürfen. Selbst Gespräche mit Deinem Arbeitgeber sind möglich. Hier geht es vor allem darum, wie Deine Rückkehr an den Arbeitsplatz vorbereitet werden kann, bzw. ob am Arbeitsplatz etwas verändert werden sollte, damit die Abstinenz nicht in Gefahr ist.

Video: In unserer ersten Folge des Trinkerheilanstalt-Podcasts erzählt Julian von seiner Sucht und seiner Therapie.

Wie stellt man fest, ob eine Therapie erfolgreich ist?

Bewirken die Therapien wirklich das, was sie bewirken sollen? Wie wird der Behandlungserfolg gemessen? Schließlich wird jeder Patient irgendwann entlassen. Keine Einrichtung kann lückenlos nachvollziehen, ob der Patient wirklich abstinent lebt oder doch wieder zur Flasche oder zu Drogen gegriffen hat. Dennoch kann man heutzutage sehr gut nachvollziehen, ob die Behandlung Erfolg hatte oder nicht.

Statistiken sind ein erster Anhaltspunkt

Viele Reha-Kliniken verfolgen den Weg ihrer Patienten tatsächlich weiter. Nach einem Jahr bekommen diese Patienten Post und werden dazu befragt, wie deren Leben in der Zwischenzeit verlaufen ist. Wie sind sie mit Suchtmitteln und anderen Problemen im Laufe der Zeit zurechtgekommen? Diese Informationen sind für die Kliniken wichtig, weil dadurch eine Statistik erarbeitet werden kann. Diese Daten werde von vielen Kliniken erhoben und zusammengeführt, sodass eine Statistik entsteht, die Zahlen und Daten von mehreren Einrichtungen enthält. Aus diesen statistischen Rückschlüssen, wird die Fortschreitung der Arbeit entwickelt. So kam es rund ums Jahr 2008 dazu, dass sich die Kliniken entschlossen haben, auch beim Thema „Glücksspielsucht“ aktiv zu werden. Denn seither gaben immer mehr Patienten an, neben dem Suchtmittelkonsum auch ein Problem mit Glücksspiel zu haben.

Erfolgskriterien für eine erfolgreiche Therapie

Mitentscheidend für den Erfolg einer Sucht-Therapie sind folgende Kriterien:

  1. Abstinent durch die Behandlung kommen. Heutzutage ist ein Rückfall während des Aufenthalts in der Sucht-Klinik längst schon kein Entlassungsgrund mehr. Heute wird es so gesehen, dass der Rückfall eine Bedeutung hat. Den Gründen wird nachgegangen. Die Einrichtungen wissen, dass sie nicht erwarten können, dass Menschen, die jahrzehntelang konsumiert haben, plötzlich eine Krise suchtmittelfrei überstehen. Aber es muss zum Thema gemacht werden, es muss geklärt werden und es muss auf die Auswirkungen auf die Behandlungsziele geachtet werden. Um diese Abstinenz zu gewährleisten, gelten in den Kliniken strenge Regeln. Suchtmittel sind absolut tabu. Auch dann, wenn man zum Beispiel wegen des Missbrauchs von Benzodiazepinen in Behandlung ist und mit Alkohol kein Problem hat – der Konsum von Alkohol ist dennoch verboten. Die Statistiken besagen auch, dass Patienten mit einem Rückfall während der Therapie eine geringere Wahrscheinlichkeit haben, nach einem Jahr noch abstinent zu sein. Deshalb wird so sehr in eine rückfallfreie Behandlung investiert.
  2. Die Behandlung ordnungsgemäß abschließen. Durch statistische Untersuchungen ist bekannt, dass Menschen, die die Behandlung abbrechen, eine wesentlich schlechtere Erfolgschance haben. Das heißt nicht, dass Abbrecher automatisch wieder rückfällig werden. Aber die Erfolgschance ist deutlich geringer, als bei Personen, die die Sucht-Behandlung ordnungsgemäß abschließen.
  3. Vereinbarte weitere Schritte tun. Nachsorge, Beratungsstellen, Weiterbehandlung – wer diese Schritte umsetzt (der erste Monat nach der Entlassung ist entscheidend) hat eine höhere Chance, auch nach einem Jahr noch abstinent zu sein.
  4. Auf die Nachbefragung antworten. Diejenigen, die den von der Klinik nach einem Jahr verschickten Fragebogen ausfüllt, ist mit höherer Wahrscheinlichkeit abstinent, als jemand, der den Fragebogen nicht zurück schickt. Übrigens: Jeder, der den Fragebogen ignoriert, gilt – statistisch gesehen – als rückfällig.

Nur rund ein Fünftel der Patienten wird rückfällig

Der Fachverband Sucht hat in seiner Ausgabe „Sucht Aktuell“ – Heft 1/2017) die Zahlen veröffentlicht, die sich aus den Fragebögen der Fachkliniken für Alkohol und Medikamente aus dem Jahr 2014 ergaben. Befragt wurden über 11.000 Patienten. In Tabelle 8 der Veröffentlichung ist zu erkennen, dass nur 22,3% bis 24,1% (abhängig von der Behandlungsdauer) der ehemaligen Patienten rückfällig geworden sind.

Alle Antworter mit planmäßigem Ende der Therapie

Bis 12 Wochen12 bis 16 WochenÜber 16 Wochen
Abstinent55,90%59,30%58,60%
Rückfällig24,10%22,30%23,10%

Tabelle 8: Abstinenzquoten in Abhängigkeit von der Behandlungsdauer (Fachkliniken für Alkohol/Medikamente) Quelle: Fachverband Sucht

Die Zahlen beweisen es: eine Sucht-Therapie ist also absolut erfolgreich.

Ein Großteil der Sucht-Patienten bleibt nach der Reha abstinent.

Infografik: So erfolgreich ist die medizinische Rehabilitation (Angaben in Prozent) – Klick für größere Ansicht.

Fazit

Eine Sucht-Therapie verlangt von Dir einiges ab. Es ist kein Spaziergang und auch kein Kindergeburtstag. Aber der Aufwand lohnt sich! Die Zahlen beweisen, dass eine Sucht-Therapie erfolgreich sein kann. Die Behandlungserfolge geben den Therapeuten Recht: Ein Großteil der Patienten lebt nach der Therapie in einer zufriedenen Abstinenz. Insofern ist eine Sucht-Therapie eine Investition in Deine Zukunft.

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