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Alkoholentwöhnung: Was ist das? Alle Infos zur Therapie

Die Alkoholentwöhnung kommt nach dem Entzug, also dem Alkoholentzug. Wenn Du noch Alkohol konsumierst, muss Dein Körper zunächst entgiftet werden. Wenn das geschafft ist (in der Regel nach rund einer Woche), folgt die Alkoholentwöhnung, auch Alkohol-Therapie oder Alkohol-Reha genannt. Hier lernst Du, wie Du Dein Leben zukünftig ohne Alkohol leben und genießen kannst. Eine Therapie dauert unterschiedlich lange. Es gibt Kurzzeit-  (6 bis 8 Wochen) und Langzeit-Therapien (12 bis 16 Wochen). 

Abstinent bleiben mit einer Alkoholentwöhnung

Kein Anstoßen mehr: Nach der Alkoholentwöhnung sollte Alkohol in Deinem Leben keine Rolle mehr spielen.

Wir haben es auf diesen Seiten schon mehrfach erwähnt: Eine Entgiftung alleine zuhause, also ein „kalter Entzug“ kann lebensgefährlich sein. Die Entzugserscheinungen können so heftig sein, dass Dein Leben in Gefahr ist. Deshalb: Immer unter ärztlicher Aufsicht entgiften. Danach schließt sich dann die Alkoholentwöhnung an.

Schritt für Schritt: Wie beantrage ich eine Alkoholentwöhnung?

Es gibt zwei Therapiemodelle: Die stationäre Therapie und die ambulante Therapie. Bei der ambulanten Therapie bleibst Du weiter zuhause wohnen und gehst nur tagsüber zu einer Sucht-Einrichtung oder zu einem Therapeuten. Bei einer stationären  Therapie (Reha) wirst Du mehrere Wochen in einer Klinik an einem anderen Ort verbringen.

Die Klinik, in der Du die Entgiftung gemacht hast, wird Dir behilflich sein, das richtige Angebot für Dich zu finden. In der Regel haben diese Einrichtungen Sozialberater, die die nötigen Dinge in die Wege leiten.

Um eine stationäre Therapie zu beantragen musst Du unter anderem einen „Sozialbericht“ bei Deinem Kostenträger (Rentenversicherung oder Krankenkasse) einreichen. Diesen darfst Du nicht selbst erstellen. Eine qualifizierte Organisation (Suchtberatungsstelle) muss diesen Bericht für Dich verfassen. Auch Suchtberatungsstellen helfen beim Antrag für die Therapie.

So beantragst du eine stationäre Alkoholentwöhnung
  • Antrag bei der Rentenversicherung, bzw. der Krankenversicherung einreichen. Beim Ausfüllen der Formulare hilft die Sozialberatung oder die Suchtberatungsstelle.
  • Sozialbericht beifügen (erstellt die Suchtberatung gemeinsam mit Dir)
  • Hast Du Kinder? Füge eine Kopie der Geburtsurkunden bei. Diese sind wichtig bei der Berechnung des Übergangs- bzw. Krankengeldes.
  • Du hast das Recht, Dir eine Einrichtung auszusuchen. Informiere Dich im Internet, welche Klinik Dir am meisten zusagt. Hier findest Du eine Übersicht mit allen Reha-Kliniken, inkl. Erfahrungsberichten von ehemaligen Patienten. Wenn Du fündig geworden bist, teile Deinen Wunsch dem Kostenträger mit.
  • Möglicherweise wird Dein Antrag zunächst abgelehnt. Dann Widerspruch einlegen!
  • Wenn die Alkohol-Reha genehmigt wurde, teilt Dir die Klinik einen Termin mit, zu dem Du anreisen kannst.

Wer bezahlt die Alkoholentwöhnung?

Die Kosten für die Therapie übernimmt die Deutsche Rentenversicherung oder die Krankenkasse. Wer von beiden bei Dir zuständig ist, erfährst Du bei der Sozialberatung in der Entgiftung, bzw. bei einer Suchtberatungsstelle.

Außnahme sind Beamte. Diese haben keinen Anspruch auf eine staatlich geförderte Reha-Maßnahme. Hier springt häufig deren private Krankenversicherung ein. Eine verbindliche Antwort kann Dir der Sozialberater oder die Suchtberatung geben.

Woher bekomme ich Geld während der Reha?

Wenn die Deutsche Rentenversicherung für Dich die Kosten der Reha übernimmt, bekommst Du Übergangsgeld. Dieses berechnet sich anhand Deines letzten Netto-Lohnes. Rund 75 Prozent des letzten Netto-Gehaltes stehen Dir zu.

Ähnlich verhält es sich, wenn Deine Krankenkasse für die Kosten zuständig ist. Nur dass es hier nicht „Übergangsgeld“, sondern „Krankengeld“ heißt. Die Höhe der Zahlung ist aber etwa gleich.

Was wird in einer stationären Alkoholentwöhnung gemacht?

Auch die Physiotherapie ist Bestandteil bei der Alkoholentwöhnung.

Auch das gehört zur Alkoholentwöhnung dazu: Entspannung und Stressbewältigung.

Der größte Vorteil einer stationären Therapie ist der geschützte Rahmen. Du hast mit den täglichen Sorgen nichts zu tun, sondern kannst Dich ausschließlich auf Deine Therapie konzentrieren. Außerdem verlässt Du Dein gewohntes Umfeld, in dem möglicherweise Alkohol allgegenwärtig ist.

In der Reha werden Einzel- und Gruppengespräche auf Dich zukommen. Alleine mit dem Therapeuten oder zusammen mit Deiner Bezugsgruppe sprichst Du über die Gründe, warum Du eigentlich zum Alkohol gegriffen hast. Gemeinsam werden Erfahrungen ausgetauscht.

Ergänzt wird diese Therapie von einer Vielzahl an weiteren Angeboten:

  • Ergotherapie
  • Physiotherapie
  • Gestaltungstherapie
  • Entspannungsübungen
  • Stressbewältigung
  • Bewerbungstraining
  • Ernährungsberatung
  • Schuldnerberatung
  • Sport
  • Arbeitstherapie
  • und vieles mehr

Die erste Zeit in der Alkoholentwöhnung

Wenn Du so viel getrunken hast, dass Du bereits körperliche Symptome zeigst, wird die erste Zeit zunächst zur Erholung genutzt. Am Anfang wirst Du die Einrichtung und die Mitpatienten kennen lernen und vielleicht schon erste Freundschaften schließen. Der Kontakt zu Deinen Freunden und der Familie zuhause wird erst einmal nur eingeschränkt möglich sein. Zwar wirst Du Telefon oder WhatsApp nutzen können, ein Besuch Deiner Lieben wird aber in der ersten Zeit nicht möglich sein. Erst später darfst Du Besuch empfangen. Übrigens: Dann ist es sogar ausdrücklich erwünscht, dass Deine Familie Dich besuchst. Einige Einrichtungen bieten sogar Angehörigenseminare an.

Gründe verstehen, warum Du konsumiert hast

In der nächsten Zeit geht es darum, dass Du verstehst, warum Du eigentlich Alkohol konsumiert hast. Welche Verhaltensweisen hast Du an den Tag gelegt, dass es zum regelmäßigen Konsum kam? Wer war mitverantwortlich dafür?

Du lernst, wie Du auch ohne Alkohol ein erfülltes und zufriedenes Leben führen kannst. Lerne andere Verhaltensweisen kennen und lasse den Alkohol nicht mehr den Mittelpunkt Deines Lebens darstellen.

Video: Nach der Alkoholentwöhnung: So verändert sich Dein Befinden und Dein Körper.

Vorbereitung auf das Leben danach

Gegen Ende Deiner Alkoholentwöhnung wirst Du auf das „Leben danach“ vorbereitet. Wie geht es beruflich weiter? Behältst Du Deine Wohnung oder suchst Du eine neue Bleibe? Bieten sich für Dich weiterführende Therapieformen an (zum Beispiel eine ambulante Psychotherapie)?

Auch auf die größte Gefahr, den Rückfall, wirst Du kompetent vorbereitet.

Fazit

Eine Alkoholentwöhnung bereitet Dich nach der Entgiftung optimal auf ein Leben ohne Alkohol vor. Ob ambulant oder stationär – hier beginnt Dein neues Leben. Weitere Informationen zur Alkoholentwöhnung findest Du auf den Seiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA).

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